Erfolg schmeckt nach kaltem Kaffee

Man sagt, das erste Mal vergisst man nie. Ich glaube, das gilt auch für Bücher. Es ist jetzt ein paar Monate her, seit „Effizienz von Sortieralgorithmen“ veröffentlicht wurde, und ganz ehrlich? Es fühlt sich immer noch surreal an.

Natürlich war es kein Bestseller. Es gibt wohl keine Warteschlangen für ein Buch über Sortieralgorithmen. Aber innerhalb meines kleinen akademischen Kosmos hat es irgendwie Wellen geschlagen. Professoren haben mir gratuliert, Kommilitonen nennen mich „den Buchautor“ – manche sogar, ohne einen Hauch von Sarkasmus.

Ich dachte, dieser Moment würde mich verändern. Dass ich mich irgendwie… größer fühlen würde. Aber stattdessen sitze ich jetzt in der Uni-Bibliothek, umgeben von kaltem Kaffee und Papieren, die ich immer wieder umsortiere (ironisch, oder?), und frage mich, was ich als Nächstes tun soll.


Der Hype – und was danach kam

Als ich das Buch schrieb, war es einfach nur ein Nebenprojekt. Ein „Was wäre wenn“, das aus einem langweiligen Nachmittag in der Informatik-Bibliothek entstand. Und dann wurde es plötzlich ernst. Deadlines, Feedback, mehr Deadlines. Als ich die letzte Seite schrieb, dachte ich: „Das war’s. Ich habe etwas geschaffen.“

Aber jetzt, da es draußen ist, frage ich mich: War das genug?

Ich meine, Sortieralgorithmen? Sie sind nützlich, keine Frage. Aber war das wirklich alles, was ich zu bieten hatte?

Vielleicht liegt es daran, dass ich in einer Uni voller Genies studiere. Es ist schwer, sich selbst ernst zu nehmen, wenn der Typ neben dir gerade eine Simulation für neuronale Netzwerke schreibt – als Nebenprojekt.


Die Realität hinter den Erwartungen

Was niemand dir über Erfolg erzählt, ist, dass er nicht automatisch bedeutet, dass du dich erfolgreich fühlst. Ich dachte, die Veröffentlichung würde mir eine Art Orientierung geben. Stattdessen habe ich mehr Fragen als vorher.

Zum Beispiel:

  • Was kommt als Nächstes?
  • Bin ich wirklich so klug, wie die Leute denken?
  • Warum fühlt es sich immer noch so an, als hätte ich keine Ahnung, was ich tue?

Das Studium und die kleinen Siege

Trotzdem gibt es Momente, in denen ich stolz bin. Zum Beispiel, wenn ich in einer Vorlesung sitze und der Professor genau den Algorithmus erklärt, den ich in meinem Buch analysiert habe. Oder wenn ein Kommilitone mich fragt: „Hey, das in deinem Buch – kannst du mir das erklären?“

Natürlich gibt es auch die anderen Momente: wie den, als ich auf einer Party beiläufig erwähnte, dass ich ein Buch geschrieben habe, und jemand antwortete: „Oh, also bist du einer von den Nerds?“

Ja, das bin ich wohl.


Wohin die Reise geht

Ich habe keine Ahnung, was das alles bedeutet. Vielleicht war das Buch nur ein kleiner Meilenstein, vielleicht ist es der Anfang von etwas Größerem. Ich weiß nur, dass ich weitermachen muss.

Der nächste Schritt? Ich denke über Mensch-Maschine-Schnittstellen nach. Wie wir mit Technik kommunizieren, wie sie uns ergänzt – und wie viel wir davon wirklich verstehen.

Aber das ist Zukunftsmusik. Heute geht es nur darum, diesen kalten Kaffee zu trinken und den nächsten Vortrag vorzubereiten.


Manchmal frage ich mich, ob ich jemals das Gefühl haben werde, „fertig“ zu sein. Aber vielleicht ist das der Punkt: Man ist nie fertig.


Alen

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