Familienperspektive – Der Stolz der Familie Stratos

Auszug aus: Titel: „Das Genie, das wir fast nicht verstanden hätten“
Autor: Theodor „Theo“ Papadakis, Ehemann von Sofia Stratos
Datum: 10.12.2054 – aber eingeordnet in den zeitlich Verlauf


Man sagt, es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen. In Alens Fall war es eine ganze Familie, die oft nicht wusste, wie sie mit ihm umgehen sollte. Heute, als ich zurückblicke, ist das fast ironisch. Wer hätte gedacht, dass der stillste Junge in der Stratos-Familie eines Tages die Welt verändern würde?


Die Familie Stratos und Alen

Ich habe Alen das erste Mal 2008 getroffen, als ich mit Sofia zusammenkam. Er war 17, ruhig und völlig in seinen eigenen Gedanken verloren. Wenn man nicht wusste, dass er immer an neuen Ideen tüftelte, konnte man meinen, er sei unhöflich oder desinteressiert. Aber das war Alen: immer mit einem halben Fuß in einer anderen Welt.

Seine Eltern, Maria und Kostas, haben das schon früh erkannt. Sie haben ihn nie gedrängt, ein „normales“ Kind zu sein. Stattdessen haben sie ihn ermutigt, so zu sein, wie er ist – auch wenn sie oft nicht wussten, was das bedeutete.


Das Buch – ein Stolz, der schwer zu fassen ist

Die Veröffentlichung seines Buches „Effizienz von Sortieralgorithmen“ im Herbst des Jahr 2012 war ein großer Moment für die Familie. Ich erinnere mich, wie Sofia und ich einen Anruf von Maria bekamen, die uns in einem Atemzug mitteilte:
„Alen hat ein Buch geschrieben! Ein echtes Buch! Es steht sogar in der Bibliothek!“

Wir wussten damals, dass Alen etwas Besonderes war. Aber was das Buch bedeutete, begriffen wir erst langsam. Ich glaube, Alen selbst wusste es nicht so recht. Während die ganze Familie stolz war, machte er sich Sorgen, ob es gut genug war.


Die Feier – und Alens Unsicherheit

Um die Veröffentlichung zu feiern, organisierten Maria und Kostas ein großes Familienessen. Alle waren da: Tanten, Onkel, Cousins – sogar Nachbarn. Alen saß die meiste Zeit still da, ein kleines Lächeln auf den Lippen, aber deutlich nervös.

Ich weiß noch, wie ich ihn später fragte:
„Alen, warum bist du nicht stolz auf das, was du geschafft hast?“

Er antwortete:
„Weil es nicht das ist, was ich wirklich schaffen will.“

Damals habe ich das nicht verstanden. Heute, nachdem ich gesehen habe, was aus ihm geworden ist, verstehe ich es ein bisschen besser.


Ein Blick in die Zukunft

Die Familie hat immer an Alen geglaubt, auch wenn wir oft nicht wussten, wie wir ihn unterstützen sollten. Wir sahen nur einen Jungen, der still war, der sich immer wieder selbst hinterfragte – und der oft viel zu hart zu sich selbst war.

Wenn ich heute sehe, was aus ihm geworden ist – ein Mann, der die Welt mit seinen Ideen verändert hat –, frage ich mich, ob wir das damals überhaupt hätten begreifen können.

Aber so war Alen schon immer. Ein Genie, das so sehr nach Perfektion strebte, dass er oft vergaß, wie weit er schon gekommen war.


Nachtrag

Manchmal frage ich mich, ob Alen überhaupt versteht, wie sehr wir ihn bewundern. Ich hoffe, dass er, wenn er eines Tages auf sein Leben zurückblickt, erkennt, dass es nicht nur die großen Momente waren, die ihn definiert haben. Es war der Weg dorthin, der ihn zu dem gemacht hat, was er heute ist.

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