Ich hab seit über 4 Jahren nichts mehr hier reingeschrieben. Ehrlich gesagt, das war ja immer nur mein Uni-Blog. Ein Ort für Gedanken und Ideen während des Studiums. Und jetzt, 2020, sitze ich hier und lese meine alten Einträge – besonders den über meine Masterarbeit. Warum bin ich da nicht drangeblieben?
Wo hab ich diese Masterarbeit eigentlich hin getan? Irgendwo muss sie ja noch rumliegen… Egal, zurück zu meinem Eintrag. Ich weiß nicht, ob das hier überhaupt jemand lesen wird. Vielleicht stelle ich das alles auf privat. Aber nee, so nicht. Das muss raus.
Corona und Klopapier
Also. Ich habe einen Kollaps. Seit 4 Monaten sitze ich in meiner Wohnung hier in Frankfurt am Main und arbeite im Homeoffice. Die Deutschen haben tatsächlich alles Klopapier weggekauft. Ich hab jetzt welches bei Amazon bestellt. Amazon. Klopapier. Was ist aus uns geworden? Dieser Virus macht mich fertig, und ehrlich gesagt: Frankfurt ist nicht meine Stadt.
Vor zwei Jahren bin ich hierhergezogen – neuer Job, neuer Lebensabschnitt. Und ja, die Arbeit ist immer noch cool. Wir haben endlich angefangen, etwas mit LSTM zu machen. Es ist faszinierend, wie viel Potenzial da drin steckt. Unser neuester Erfolg ist ein interner Chatbot für die Mitarbeiter. Ziel: weniger Arbeit für die IT-Abteilung. Aber mal ehrlich, das ist doch keine dauerhafte Schnittstelle.
Vielleicht denke ich deshalb so oft an meine Masterarbeit. Das war vor fünf Jahren. Ein anderes Leben. Damals dachte ich, ich könnte die Zukunft der Mensch-Maschine-Interaktion verändern. Und jetzt? Chatbots für die interne IT.
Alex, Max und ein bisschen Nostalgie
Dieses Jahr hätte Alex auf der FBM (Frankfurter Buchmesse) gearbeitet. Sie hatte tolle Pläne, aber alles fiel flach wegen des Lockdowns. Das hat sie echt frustriert. Ich sollte sie mal anrufen.
Und Max… das letzte Mal haben wir vor über einem Jahr telefoniert. Er war irgendwo in Asien, wie immer unterwegs. Ich rufe ihn heute Abend an. Vielleicht hilft das gegen diese Nostalgie, die mich gerade überrollt. Max und ich, wir waren früher so oft im Austausch. Jetzt fühlt es sich an, als wären wir Welten voneinander entfernt.
Ein bisschen Klarheit, ein bisschen Wahnsinn
Ich bin so nostalgisch, ich spiele gleich wieder World of Warcraft. Was für ein Rückfall. Und doch fühlt sich das gerade richtig an. Ein bisschen Flucht in die Vergangenheit, wo die Welt simpler war.
Und trotzdem… Schnittstellen. Der Gedanke lässt mich nicht los. Warum chatten wir mit einer KI, wenn wir Menschen sind? Maschinen sind keine Menschen. Kann ich einer KI Smilies beibringen? 🙂 Und wenn ja, wie soll sie sie verstehen?
Ach ja, noch was: Meine Schwester ist schwanger. Das sollte ich erzählen. Wem eigentlich? Mir selbst? Gott, dieser Post ist sowas von dermaßen privat. Das soll keiner lesen.
Gute Nacht, Alen. Danke, Alen.