Der Tag der Wahrheit ist endlich da. Ich habe die ganze Nacht kaum ein Auge zugemacht, zu aufgeregt und nervös wegen der Prüfungsergebnisse. Mein Kaffee am Morgen schmeckt fad, meine Gedanken kreisen nur um eins: Wie habe ich abgeschnitten?
Um Punkt 13 Uhr sitze ich vor meinem Computer, die Finger zittern leicht, als ich mich in das System einlogge. Meine Augen huschen über den Bildschirm, und ich kann es kaum glauben – die Noten sind durchweg gut, besser als ich es mir je erhofft hatte. Doch dann stockt mir der Atem. In meinem Fach ‚Einführung in die Algorithmik‘, steht keine Note, nur eine Nachricht: ‚Bitte suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Professor.‘
Mein Herz rast. Was bedeutet das? Habe ich etwas falsch gemacht? Mit zittrigen Händen rufe ich das Sekretariat an und bekomme tatsächlich einen Termin für den Nachmittag. Die Stunden bis dahin sind eine Qual, mein Geist malt sich die schlimmsten Szenarien aus.
Als ich endlich im Büro meines Professors sitze, ist die Anspannung kaum auszuhalten. Der Professor sieht mich ernst an, doch dann lächelt er. ‚Herr Stratos, Ihre Arbeit über Sortieralgorithmen ist außergewöhnlich. Sie haben nicht nur das Thema umfassend bearbeitet, sondern auch neue Denkansätze präsentiert, die wir so nicht erwartet hatten. Ich und einige Kollegen sind der Meinung, dass Ihre Arbeit es verdient, veröffentlicht zu werden. Ich biete Ihnen meine Unterstützung dabei an, inklusive eines Vorworts.‘
Ich bin sprachlos. Von all den Dingen, die ich erwartet hatte, war das nicht dabei. Die Erleichterung und Freude mischen sich mit Ungläubigkeit. Meine Arbeit veröffentlichen? Das ist mehr, als ich je zu träumen gewagt hätte.
Heute ist nicht nur der Tag, an dem ich meine Prüfungsergebnisse bekommen habe. Es ist der Tag, der vielleicht den Anfang meiner wissenschaftlichen Karriere markiert. Und ich kann es kaum erwarten, zu sehen, wohin dieser Weg mich führt.