Ich bin gerade voll eingepennt. Hab hier 5 Stunden an meinem Schreibtisch gepennt, Uni und Geschenke, das schaff ich jetzt echt nicht mehr. Mein Kopf hämmert übelst – ich hab nen Kater. Und was für einen. Aber ich muss jetzt hier noch erzählen, was sonst noch geschehen ist.
Als Max und ich uns im Oliver Twist Pub trafen, war er sichtlich angespannt. Ich spürte eine gewisse Last auf seinen Schultern, aber im Laufe des Abends löste sich diese. Ich hab das Gefühl, er freut sich wirklich für mich, und das bedeutet mir viel.
Dann haben wir über Hiroshi gesprochen. Anfangs fand Max die Sache ziemlich lustig, vielleicht auch, weil er Hiroshi nicht wirklich kennt. Aber als ich ihm die ganze Geschichte erzählte, änderte sich sein Verhalten schlagartig. Er wurde ernster und bot sogar an, mit Hiroshi zu reden, um die Spannungen zwischen uns zu lösen. Das war echt eine tolle Geste.
Max öffnete sich und begann, von seiner Familie zu erzählen. Sein Vater war ständig auf Geschäftsreisen und seine Mutter konzentrierte sich hauptsächlich auf die Karriereentwicklung der Kinder. Seine ältere Schwester ist eine erfolgreiche Veterinärärztin und seine jüngere Schwester ist bereits auf dem Weg, eine bekannte Cosplayerin und Streamerin zu werden. In all dem Trubel fühlte Max sich oft wie das fünfte Rad am Wagen.
Um Aufmerksamkeit zu erlangen, hatte er sogar einmal das teure Auto der Familie geschrottet. Doch statt der erhofften emotionalen Reaktion gab es nur eine Standpauke. Sein Studium ist jetzt sein zweiter Anlauf in der akademischen Welt, und das wurde von seiner Familie mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Er erwähnte, dass er sogar auf ein Internat geschickt wurde, was er als willkommene Flucht sah, aber auch dort fand er nicht das, was er suchte: echte Verbindung und Verständnis.
Gerade eben kam jetzt noch eine Chatnachricht von Max: „Der Japaner ist kein Problem mehr.“ Ich hab jetzt aber nicht mehr die Kraft und mich darum zu kümmern, ich leg mich jetzt ins Bett und gehe sterben!